tja. jetzt sitze ich hier, im schwindenden tageslicht, warm umwindet von der klimaanlage, in meinem ausgeräumten zimmer. der computre ist das einzige, was ich noch nicht eingepackt
habe. ist auch ganz gut so, denn – was sollte ich sonst machen? es ist halb fünf, und ich muss frühestens um sieben los. eine seltsame stimmung. irgendwie warte ich darauf, dass die zeit endlich losgeht, dass ich mich endlich auf den weg machen kann und die blöde warterei rum ist, die mich mehr als andere nervös macht.
andererseits kommt dann auch der abschied vom wohnheim hier und seinen bewohnern.
ich hasse abschiede.
am liebsten würde ich einfach ‚tschüs!’ und ‚bis dann!’ rufen und losgehen, mit meinem ganzen zeug auf dem rücken und in den händen. stattdessen werden vermutlich einige leute aus dem haus hier sein, um mir lebewohl zu sagen – was ja eigentlich eine schöne geste ist. nur so traurig! und um diese traurigkeit würde ich mich gerne drücken.
ach, verdammt. was soll der mist? da reist man irgendwohin, lässt freunde und familie zurück, vermisst die, lernt neue tolle leute kennen, und dann vermisst man die. dieses ganze gereise ist doch ein unsinn. (^.^)
gestern hatte ich noch einen sehr schönen tag. er fing damit an, dass ich mit einem haufen zeug zur post stapfte. einige briefe, manche davon ziemlich groß – und dann noch ein stapel bücher. ich ging also zum schalter (kam wie immer sofort dran, weil postämter hier hervorragend ausgestattet sind und es an jeder ecke eins gibt), stapelte meinen ganzen kram und meinte, ich wolle das alles nach deutschland kriegen. und die netten damen haben das dann alles gemacht, mir eine verpackung für die bücher verkauft, noch bei meinpacken geholfen… ich liebe die japanische post. und sie mich vermutlich auch, denn ich bin eine gute kundin.
nun denn. später traf ich mich noch mit matthias, einem meiner kommilitonen hier, und trank einen letzten kaffee in einem der vielen wunderschönen kleinen cafés kyotos. ach, und vorher war ich noch im ikebana museum. auch nett.
abends, um zehn, sollte es dann ne abschiedsfete für mich geben. allerdings war ich gegen sechs zu hause. was tun? leere zeit vor der abreise birgt nervosität (was glaubt ihr, warum ich grad diesen artikel schreibe? reine beschäftigungstherapie!)… da schlugen ein paar mitbewohner vor, zusammen essen zu gehen. ich hatte also erst ein richtig schönes leckeres abendessen, hab meinen ersten grätenfisch mit stäbchen gegessen, und dann war die fete. die war zwar nicht lang, aber dafür waren viele mitbewohner da und ich hab mich mit vielen noch einmal richtig gut unterhalten. und hab so ein süßes abschiedsgeschenk bekommen! eine fotocollage, und drei kleine handy-anhänger (eine hellrosa blume! hihi), und eien art hausschuh-socken. großartig.
tja, und heute… noch mehr zeug zur post geschleppt – hab jetzt insgesamt wohl hundert euro dagelassen, aber es hilft ja nix, irgendwie muss ich das zeug ja nach hause kriegen, und dafür, dass es auch um die zehn kilo waren insgesamt, ist das ja wohl unvermeidlich. dann gepackt, noch ein paar kleinigkeiten verteilt, von einer mitbewohnerin bekocht worden – thai-nudeln. sooo lecker! noch einen kaffee getrunken, ne weile mit meinen zwei besten freundinnen hier gesessen und gequatscht, und nun? alles ist fertig, zurückgegeben, abgeschickt, verschenkt, eingepackt, das zimmer ist geputzt… und ich hab immer noch über zwei stunden zeit.
um kurz nach sieben werd ich mich auf den weg machen, um zur kyoto station zu kommen, von wo um 20:40 der nachtbus nach kumamoto abfährt. morgen um neun uhr früh werden wir da sein… und dann? zehn tage im kloster. bin ja mal gespannt.
ach ja: dies war mein letzter eintrag auf deutsch. ab jetzt werde ich auf englisch weiterschreiben, damit auch meine mitbewohner hier wissen, wie es mir auf meiner bekloppten tour ergeht. ich hoffe, auch die weniger anglophilen unter euch werden damit klarkommen - sehts als übung! :-p
ach ja: dies war mein letzter eintrag auf deutsch. ab jetzt werde ich auf englisch weiterschreiben, damit auch meine mitbewohner hier wissen, wie es mir auf meiner bekloppten tour ergeht. ich hoffe, auch die weniger anglophilen unter euch werden damit klarkommen - sehts als übung! :-p
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