moin!
diejenigen von euch, die mit mir studiert haben, kennen vielleicht meine angewohnheit, interessante oder lustige zitate oder gedanken, die in seminaren oder vorlesungen auftauchen, auf die rückseite meines blockes (ihr wisst schon, das pappteil am ende) zu schreiben. hier mal ein kleiner ausschnitt meiner neuesten blockrückseite:
(es mag sein, dass das ziemlich verwirrend ist, aus dem zusammenhang gerissen, unverständlich, da euch das hintergrundwissen fehlt - tja. so gehts mir hier meistens auch. just bear it. ^^)
...and the confusion is about to begin
Is it agnosticism or is it another kind of 'i don't know'? (in japanese religions)
wonderful thing about christianity (laut Teramoto-sensei, buddhistischer Priester und Religionswissenschaftler): it's always on the weaker side
Sebastian (einer meiner Kommilitonen; an der Tafel eine Auflistung der verschiedenen Welten in Buddhismus mit Beschroftung auf Japanisch): We are discussing the last kanji (chines. Schriftzeichen) down in hell.
Anderer Dozent über Übersetzungsfehler heiliger Texte: Misreading is sometimes a good thing.
Parabel of raft: in order to cross a river, a raft is useful. But to take the raft on your back afterwards because of its usefulness is stupid. (Buddhistische Parabel, das Floß steht für eine Lehre oder ein Mittel, etwas zu erlangen, v.a. Erleuchtung)
Alois: Europeans are tainted by philosophy.
neues Verb: deify (zum gott machen)
Where is the border between 'custom' and 'religious practice'?
Der Versuch, Shinto zu definieren, rinnt wie Wasser durch die Hände. (Knecht, Ethnologe, Dozent für Shinto & Folk Religion)
wenn buchstaben beim ausdrucken oder tippen falsch rauskommen (z.b. weil der computre umlaute oder kanji nicht erkennt), nennt man das im japanischen 'monsterized'.
Wieder Teramoto- sensei (In einer Shinto-class, zum Thema 'wie komisch sind doch die ganzen rituale im shintoismus'): We sometimes forget that Buddhism and Christianity also have a lot of rituals. and rituals have a lot of spsiritualism/feticism.
Teramoto-sensei: Wie kann jemand die Sünden für jemand anderen übernehmen?
Teramoto-sensei: Jesus is Christ. Is that subjective or objectove truth?
Sebastian, frustriert vom Englischen: Da hat man schon mal ein paar Gedanken, und dann kann man sie nicht äußern.
Another teacher, über Religionswissenschaften: We cannot help but have a perspective.
Mathias zu Sebastian: Selbst wenn du deine Hirnsmasse um 100% steigerst, das ist immer noch 0!" - Sebastian: " Aber dann ist es immerhin 100% mehr 0!"
Teramoto-sensei: "To study other religions is a chance to crash."
Teramoto-sensei: "If sou see something strange in another religion, the most important thing is not for example why does Shinto have so many gods?, but rather: why has Christianity only one?"
Pye-sensei (Religionswissenschaftler, em. Marburger Prof!, Anglikaner) über Religionsgespräche vor langer Zeit in der Mongolei: 'Muslime, Christen, Buddhisten. Die Christen und Muslime haben erstmal gemeinsame Sache gemacht, dachten 'erstmal beweisen wir überhaupt die Existenz Gottes, und dann sehen wir weiter'.'
Knecht (Shinto & Folk): Das Erste, was man in einem Shintoschrein beim Beten tut: Sie rappeln [an der Glocke]. Warum? Na, man muss doch den Kami (Gottheit) aufmerksam machen, dass man jetzt betet!
Knecht bei unseren Versuchen, Shinto zu verstehen: Je undurchsichtiger das ganze ist, desto näher ist man vermutlich an der Wahrheit.
Knecht: Bei uns ist [in Philosophie und Theologie] zu viel definiert worden.
Knecht: Ich hab mal nen protestantischen Pfarrer getroffen, der meinte 'Mein Vater ist eine Gottheit.' - Er hatte in seinem Dorf den Apfelanbau eingeführt, und so ist er nach seinem Tod zum Dank zum Gott der Apfelernte genacht worden.
Engawa - die Veranda vor einem traditionellen japanischen Haus, die Leben und Tod verbindet.
"To reach the cool clear lake, you need both the eye of knowledge and the feet of practice" (Chi-i, buddhistischer Mönch)
The proof of god is that there is no proof?
2010/10/29
streets of japan
| dazu ein kommentar: das ist eine bushaltestelle. die spricht mit dir. sobald der bus kommt, sagt sie an, dass er kommt und welche nummer und wohin. kann beim erstenmal ziemlich erschreckend sein. die busse reden auch mit einem. und auch autos reden mit einem - ich biege rechts ab. bitte passen sie auf. ich biege rechts... |
| so sahs früher aus. jetzt nur noch in ein ganz paar straßen im touriviertel gion. |
| minischrein neben obigem laden. die aufkleber sind das äquivalent zu 'ich war hier' bzw. tags. |
| da hab ich heut zu mittag gegessen. |
| für 2,50 €, da kann man echt nicht meckern. |
| von dne häusern gibts noch ungewöhnlich viele in kyoto. man beachte den einen baum, der exzellent beschnitten in seinem winzgarten steht. |
| gesehen in einem schrein. |
| selber schrein. hinten ein wildschwein. |
2010/10/25
fotos vom berg
yay! jetzt hab ich endlich auch zeit, die fotos zum letzten eintrag zu sortieren und ein paar hochzuladen. es ist ein ruhiger tag, gestern war ich nur im gottesdienst und hab den rest des tages im bett verbracht (war auch gut, ich war ne erkältung am ausbrüten) und nur abends noch nen film mit ner mitbewohnerin geschaut (milk, ein großartiger film über den ersten schwulen politischen offiziellen in san francisco), und heute war nur kalligraphie - und es ist ein irgendeiwe gemütlicher tag, regnerisch, ruhig....
also, auf gehts:
also, auf gehts:
| so sieht also eine bergeremitage aus? |
| links unser führer für den tag, rechts im gestreiften shirt jokei-san, der für unser programm verantwortlich ist und auch buddhistischer priester ist - auch wenn man ihm das nicht ansieht und kaum anmerkt (raucht wien schlot und hat einen ziemlich dreisten humor). hat auch schon kinder - was man ihm auch nicht ansieht... |
| die stupa ist das symbol für das lotus-sutra, die grundlage des tendai-buddhismus (und auch sonst äußerst wichtig). |
| und daneben der tempel, der amida-buddha gewidmet ist - die andere wichtige säule |
| da isser |
| direkt vor dem tempel amida-buddhas wurde eine glocke im boden vergraben, darauf ist dieser garten, und wasser tröpfelt aus einem springbrunnen in die glocke. da, wo der rote pfeil ist, kann man das auftreffende wasser hören - ganz ferne, sanfte glockentöne... |
| nicht, dass rituelle reinigung nicht eigentlich ne sache des shinto wäre... who cares? (es gibt auch einige shinto-schreine auf diesem buddhistischen gelände. shinto und buddhismus sind in diesem land manchmal kaum auseinanderzuhalten.) |
| allein solche treppen sind ja schon "practice" - und halten fit. |
| auch ein ehrwürdiger tempel kommt nicht ohne bildchen aus. |
| jedes jahr gibt es hier oben ein meeting von vertretern aller glaubensgemeinschaften. |
| das goldene vorn auf dem auto war eine art blumensymbol. und drin saß, soweit ich mich nicht täuschte, ein mönch oder priester? |
| überblick über die verstreuten tempel hiei-sans |
| in this world there are many different mountains. and many different mountaintops. |
| jetzt wird es 'echter' - schlichter, man merkt den berg. |
| gebetstisch mit allen nötigen utensilien - bücher, klangschale, holzfisch zum rhytmus-schlagen, räucherwerk und mehr, was ich nicht kenne |
2010/10/24
ein tag im berg
ein berg voller leute, die sich das askesen-mönchtum anschauen wollen. hmja.
heute waren wir auf dem berg Hie. um zu erklären, was an einem berg mit ein paar tempeln drauf so toll ist, dass wir dafür ne ganze weile bus gefahren sind, muss ich etwas in die geschichte des buddhismus und die geschichte japans zurückgreifen. endlich eine gelegenheit, mein neues wissen zu formulieren!
also. vor langer zeit (ich glaube, es war so um 700, aber dafür müsste ich nachgucken, und das wäre ja doof) war die hauptstadt japans in nara. dort hatten sich aus dem aus china über korea importierten buddhismus die nara six sects herausgebildet, also sechs verschiedene denkrichtungen unter den mönchen. (wobei sie interessanterweise nicht getrennt voneinander waren, grenzen waren kaum vorhanden.) seit der bekanntwerdung des buddhismus in japan war dieser vor allem eine religion der adeligen gewesen, von den mönchen wurde vor allem erwartet, dass sie ihre religiösen kräfte zum guten des landes nutzten - also sutras sangen und ähnliches, um kranke adelige zu heilen oder vor allem um das land vor unheil zu schützen. abgesehen davon war der nara-buddhismus eher intellektueller art; den priestern und mönchen war es sowieso verboten, groß unter die leute zu gehen - sie hätten ja zu mächtig werden können und irgendwie die autorität untergraben können.
aber gab es zwei mönche, die diese art des hof-buddhismus ablehnten und in die berge gingen (damals, soweit ich weiß, unabhängig voneinander): kukai und saicho. kukai gründete einen komplett esoterischen buddhismus, von dem ich später mehr erzählen werde, wenn wir die exkursion auf seinen berg gemacht haben. und saicho ging eben auf den hiei-san (berg hiei), wo er erstmal lange blieb. irgendwann kam er dann wieder runter, studierte auch mal in china und brachte von da eine neue art des buddhismus mit, dessen grundgedanke es war, dass alle menschen die fähigkeit zur erleuchtung in sich trügen (mahayana-buddismus). und noch ein paar mehr sachen, aber das ist jetzt zu kompliziert. er schaffte es, auf seinem berg die erste von nara unabhängige buddhistische 'sekte' zu gründen (auch dank recht guter verbindungen zum hof...). auch ging er mehr nach kyoto, um mit menschen zu reden, und seine schüler sollten laut plan die lehrer, aufbauhelfer und schätze der nation werden. die hauptstadt war übrigens mittlerweile von nara nach kyoto gezogen - auch, um von den klauen der mächtigen buddhistischen sekten dort loszukommen. (toll, nech? jetzt saßen also alle 'flüchtlinge' wieder nah beieinander.) der tendai-buddhismus (so hieß saichos 'sekte') wurde immer wichtiger am hofe... und konzentrierte sich stärkerz auf die esoterischen praktiken. saicho hatte eigentlich gewollt, dass seine mönche sowohl studieren als auch praktizieren - aber unser führer heute, einer der priester auf dem berg, meinte stolz, hiei sei 'the mountain of practice'. hm.
auf jeden fall war es wunderschön. allein die chance, mal aus kyoto rauszukommen! und in die berge rein!
wir nahmen einen bus, einen ganz normalen city bus, der uns über eine enge, kurvenreiche straße immer höher trug. am straßenrand tauchten manchmal häuser auf, und wie immer war ich verwundert, wie zusammengeschustert viele häuser in japan aussehen, wenn man mal aus den stadtkernen rauskommt. dann wirkt japan auf einmal mehr wie ein schwellenland und nicht wie das teuerste land der erde. also, zusammengeklatschte häuser hier und da, kleine felder für gemüse und sogar ab und an reis, und wald - zedern, bambus (schööön!), wasauchimmer. es wurde kühler - unter zwanzig grad! und man sah die ersten ahornbäume mit gefärbten blättern. (ein anblick, auf den die japaner so sehnsüchtig warten wie auf die kirschblüte.) und dann, auf einmal, fiel der berg steil ab und der blick öffnete sich weit aufden riesigen see biwako. was für eine straße - der see, die berge, alles verschwimmend in der feuchten luft wie auf einem dieser japanischen wandschirme... links und rechts ging es steil bergab, teilweise fühlte man sich wie auf einem deich. und dann, oben auf dem einsiedlerberg angekommen waren wir auf - einem parkplatz. mit bude, in der essen und mitbtingsel verkauft wurden. dann durchs große tempeltor, mit den anderen touris. dort trafen wir unseren führer, einen der dortigen priester. die ersten tempel, die wir sahen, waren zwar beeindruckend, aber... naja, tempel sehen irgendwann doch alle ähnlich aus, und wo war die bergatmosphäre bei so viel asphalt?
aber es wurde immer besser. wir gingen zu diversen der weit verstreuten tempel, die verschiedenen buddahs geweiht waren, und je weiter wir kamen, desto ruhiger war es, man konnte die zedern riechen und spürte die kühle des waldes.
hier also leben sie, in den zahllosen über den berg verstreuten tempeln, hier leben sie, singen sie ihre sutras, singen stunden-tage-wochenlang den namen buddhas, verbringen wochen in der 'cleaning hell', einem tempel, in dem einige mönche montae damit verbringen, nur sauberzumachen - den ganzen tag lang, rennen hundert tage lang jede nacht um den berg, um an verschiedenen orten (tempel, heilige plätze, schreine (!), den blick auf kyoto) zu beten, hier sitzen oder laufen sie neunzig tage lang und rezitieren ohne schlaf den namen buddhas, hier studieren sie, diskutieren - und führen ab un zu besucher herum. außerdem ist hier ihr gründer begraben, saicho, den sie immer noch behandeln, als sei er lebendig - sie stellen ihm im winter sogar einen heizlüfter in seinen tempel, und jeden tag gibts essen.
der priester, der uns herumführte, war genauso, wie man sich einen 'echten buddhisten' vorstellt - rasiert, in schlichter mönchskleidung (mit loch im saum), tiefer, schöner stimme, freundlichen augen und ruhe. schade, schade, schade, dass unser japanisch so verdammt schlecht ist!
ein tag draußen also, in den bergen, unter riesigen zedern und japanischen ahornbäumen, die in der kühle der berge schon allmählich herbstliche farben annahmen. ein tag zum durchatmen, auch wenn es andererseits wieder sehr anstrengend war. ein tag, um ein paar sehr ernsthafte buddhisten mal etwas näher zu erleben. es bleibt die frage: wer organisiert eigentlich die ganzen touristen, die hier hochkommen? die souvenirshops, den essensladen, die buslinien, die eintrittsverkäufe?
heute waren wir auf dem berg Hie. um zu erklären, was an einem berg mit ein paar tempeln drauf so toll ist, dass wir dafür ne ganze weile bus gefahren sind, muss ich etwas in die geschichte des buddhismus und die geschichte japans zurückgreifen. endlich eine gelegenheit, mein neues wissen zu formulieren!
also. vor langer zeit (ich glaube, es war so um 700, aber dafür müsste ich nachgucken, und das wäre ja doof) war die hauptstadt japans in nara. dort hatten sich aus dem aus china über korea importierten buddhismus die nara six sects herausgebildet, also sechs verschiedene denkrichtungen unter den mönchen. (wobei sie interessanterweise nicht getrennt voneinander waren, grenzen waren kaum vorhanden.) seit der bekanntwerdung des buddhismus in japan war dieser vor allem eine religion der adeligen gewesen, von den mönchen wurde vor allem erwartet, dass sie ihre religiösen kräfte zum guten des landes nutzten - also sutras sangen und ähnliches, um kranke adelige zu heilen oder vor allem um das land vor unheil zu schützen. abgesehen davon war der nara-buddhismus eher intellektueller art; den priestern und mönchen war es sowieso verboten, groß unter die leute zu gehen - sie hätten ja zu mächtig werden können und irgendwie die autorität untergraben können.
aber gab es zwei mönche, die diese art des hof-buddhismus ablehnten und in die berge gingen (damals, soweit ich weiß, unabhängig voneinander): kukai und saicho. kukai gründete einen komplett esoterischen buddhismus, von dem ich später mehr erzählen werde, wenn wir die exkursion auf seinen berg gemacht haben. und saicho ging eben auf den hiei-san (berg hiei), wo er erstmal lange blieb. irgendwann kam er dann wieder runter, studierte auch mal in china und brachte von da eine neue art des buddhismus mit, dessen grundgedanke es war, dass alle menschen die fähigkeit zur erleuchtung in sich trügen (mahayana-buddismus). und noch ein paar mehr sachen, aber das ist jetzt zu kompliziert. er schaffte es, auf seinem berg die erste von nara unabhängige buddhistische 'sekte' zu gründen (auch dank recht guter verbindungen zum hof...). auch ging er mehr nach kyoto, um mit menschen zu reden, und seine schüler sollten laut plan die lehrer, aufbauhelfer und schätze der nation werden. die hauptstadt war übrigens mittlerweile von nara nach kyoto gezogen - auch, um von den klauen der mächtigen buddhistischen sekten dort loszukommen. (toll, nech? jetzt saßen also alle 'flüchtlinge' wieder nah beieinander.) der tendai-buddhismus (so hieß saichos 'sekte') wurde immer wichtiger am hofe... und konzentrierte sich stärkerz auf die esoterischen praktiken. saicho hatte eigentlich gewollt, dass seine mönche sowohl studieren als auch praktizieren - aber unser führer heute, einer der priester auf dem berg, meinte stolz, hiei sei 'the mountain of practice'. hm.
auf jeden fall war es wunderschön. allein die chance, mal aus kyoto rauszukommen! und in die berge rein!
wir nahmen einen bus, einen ganz normalen city bus, der uns über eine enge, kurvenreiche straße immer höher trug. am straßenrand tauchten manchmal häuser auf, und wie immer war ich verwundert, wie zusammengeschustert viele häuser in japan aussehen, wenn man mal aus den stadtkernen rauskommt. dann wirkt japan auf einmal mehr wie ein schwellenland und nicht wie das teuerste land der erde. also, zusammengeklatschte häuser hier und da, kleine felder für gemüse und sogar ab und an reis, und wald - zedern, bambus (schööön!), wasauchimmer. es wurde kühler - unter zwanzig grad! und man sah die ersten ahornbäume mit gefärbten blättern. (ein anblick, auf den die japaner so sehnsüchtig warten wie auf die kirschblüte.) und dann, auf einmal, fiel der berg steil ab und der blick öffnete sich weit aufden riesigen see biwako. was für eine straße - der see, die berge, alles verschwimmend in der feuchten luft wie auf einem dieser japanischen wandschirme... links und rechts ging es steil bergab, teilweise fühlte man sich wie auf einem deich. und dann, oben auf dem einsiedlerberg angekommen waren wir auf - einem parkplatz. mit bude, in der essen und mitbtingsel verkauft wurden. dann durchs große tempeltor, mit den anderen touris. dort trafen wir unseren führer, einen der dortigen priester. die ersten tempel, die wir sahen, waren zwar beeindruckend, aber... naja, tempel sehen irgendwann doch alle ähnlich aus, und wo war die bergatmosphäre bei so viel asphalt?
aber es wurde immer besser. wir gingen zu diversen der weit verstreuten tempel, die verschiedenen buddahs geweiht waren, und je weiter wir kamen, desto ruhiger war es, man konnte die zedern riechen und spürte die kühle des waldes.
hier also leben sie, in den zahllosen über den berg verstreuten tempeln, hier leben sie, singen sie ihre sutras, singen stunden-tage-wochenlang den namen buddhas, verbringen wochen in der 'cleaning hell', einem tempel, in dem einige mönche montae damit verbringen, nur sauberzumachen - den ganzen tag lang, rennen hundert tage lang jede nacht um den berg, um an verschiedenen orten (tempel, heilige plätze, schreine (!), den blick auf kyoto) zu beten, hier sitzen oder laufen sie neunzig tage lang und rezitieren ohne schlaf den namen buddhas, hier studieren sie, diskutieren - und führen ab un zu besucher herum. außerdem ist hier ihr gründer begraben, saicho, den sie immer noch behandeln, als sei er lebendig - sie stellen ihm im winter sogar einen heizlüfter in seinen tempel, und jeden tag gibts essen.
der priester, der uns herumführte, war genauso, wie man sich einen 'echten buddhisten' vorstellt - rasiert, in schlichter mönchskleidung (mit loch im saum), tiefer, schöner stimme, freundlichen augen und ruhe. schade, schade, schade, dass unser japanisch so verdammt schlecht ist!
ein tag draußen also, in den bergen, unter riesigen zedern und japanischen ahornbäumen, die in der kühle der berge schon allmählich herbstliche farben annahmen. ein tag zum durchatmen, auch wenn es andererseits wieder sehr anstrengend war. ein tag, um ein paar sehr ernsthafte buddhisten mal etwas näher zu erleben. es bleibt die frage: wer organisiert eigentlich die ganzen touristen, die hier hochkommen? die souvenirshops, den essensladen, die buslinien, die eintrittsverkäufe?
2010/10/21
noch mehr!
nachdem das ja ein so großen erfolg gehabt hat (zumindest in den leser-zahlen ^.^), hier noch ein paar bilder. damit ist ide vorläufige dokumentation des alltäglichen erstmal abgeschlossen.
habs leider verpeilt, die bilder zu drehen - will auch ganz schnell ins bett, es ist gleich halb 12 und ich hab morgen nen sehr langen tag vor mir. morgen gehts nämlich nach 4 stunden uni auf das kurama fire festival, ein großes fest an einem schrein nicht weit von kyoto. ich werde berichten, sobald ich zeit habe!
habs leider verpeilt, die bilder zu drehen - will auch ganz schnell ins bett, es ist gleich halb 12 und ich hab morgen nen sehr langen tag vor mir. morgen gehts nämlich nach 4 stunden uni auf das kurama fire festival, ein großes fest an einem schrein nicht weit von kyoto. ich werde berichten, sobald ich zeit habe!
| notice the reiskocher! |
| buddhistischer schrein am wegesrand |
| ich glaube, hier gibt es oktopus. |
| nonne? |
| wie soll man sich da entscheiden? vor allem. wenn man nicht weiß, was was ist? |
| bento (lunchbox) |
| essen im missionary house, dem wohnhaus der drei jungs, mit denen ich hier bin |
| und danach: japanischer whisky |
| man bemerke die schildkräte |
| teramachi-dori, die überdachte einkaufsstraße, an einem ruhigen abend |
| abendessen mit mitmarburger ole, den ich hier zufällig an meinem ersten tag im supermarkt um die ecke traf |
| ramen! |
| und als ich nach hause kam, da saßen sie noch im dorm zusammen in der lobby |
| so, udn jetzt gute nacht! |
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