..ich japanisiere? zumindesti n einer hinsicht: keine zeit.
obwohl, naja, es geht noch, immerhin bleiben für die ganz wichtigen dinge noch zeit (mal ein bisschen zeit mit mitbewohnern verbringen, irgendwie kontakt nach hause halten, nach 3 wochen endlich mal wieder mein zimmer saugen - mit dem wäsche waschen wirds allerdigns schon wieder knapp... argh), aber alles, was nicht unbedingt notwendig ist, fällt grad hinten runter. hatte seit wochen kein freies wochenende und mich eigentlich auf den 4./5. gefreut, weil das frei war. war. jetzt bin ich am 5. auch unterwegs.
eigentlich hätte ich auch ne menge zu erzählen, es gab einen haufen field trips, darunter ein wochenende auf einem ganz heiligen berg (hmpf), und auch einige spannende lectures, und dann der 'alltag', der ja von deutschland gesehen gar nicht so alltäglich ist, was mir allerdings immer weniger deutlich ist, aber eigentlich gäbe es allein darüber noch sooooo viel zu schreiben, verdammt!, wann?
denn morgen hab ich wieder uni, und dann gehts nach osaka, besuch bei einem obdachlosenheim, und samstag hab ich eigentlich frei, werd aber meine erste stunde tuschmalerei haben, und sonntag sind wir in tenri, der 'hauptstadt' einer neuen religion namens tenri-kyo, und montag ist kalligraphie, und ich muss noch meine hausaufgaben dafür machen, und am abend sind wir bei nem prof eingeladen, und ich muss unbedingt reis kaufen, sonst hab ich übermorgen kein frühstück mehr... heute und gestern war uni, heute waren wir vorher noch auf nem großen flohmarkt, dienstag waren wir in fushimi-inari, einem berühmten und schönen schrein, am wochenende war der heilige berg (hmpf), und davor... ich kann mich kaum noch erinnern, andere tempel, schreine, uni, besuche...
und dabei hänge ich bericht-mäßig schon wochen hinterher! werd irgendwann mal vielleicht einfach ein best-of machen, ist ja auch egal, welcher schrein/tempel das jetzt grade war.
und sonntag ist der erste advent und ich hab noch nicht mal ne kerze! geschweige denn plätzchen...
2010/11/26
2010/11/16
mein wochenende
ein paar eindrücke vom wochenende. samstag fuhren wir raus in den westen, einen zen-mönch zu besuchen und mit ihm zu meditieren. dann trug es uns weiter, bis zu einem kleinen dorf, wo einer unserer dozenten, ein seit jahrzehnten in japan lebender deutscher, eine art kleines fest veranstaltete, mit freunden, die musik machten und ihre kunsthandwerklichen erzeugnisse feilboten. wir blieben über nacht in diesem schönen und furchtbar chaotischen haus.
| hier iwrd gekochter reis auf die alte weise geschlagen, bis er eine weiche klebrige masse ist, mochi, die grundsubstanz für die meisten japanischen süßigkeiten (siehe weiter unten) |
| hier sind die fertigen mochi-bälle. gibts gefüllt mit allem möglichen, oder wie dort in einer suppe aus süßen roten bohnen |
| und bei der rückkehr fand ich die vorbereitungen zu einem spontanen gemeinsamen essen im gange. |
friseur
heute war ich endlich beim frisör. hab mcih en weile nicht überwinden können - einerseits der preise wegen (3.800 yen sind hier ein normaler preis!), andererseits aus sprachsorgen. ich mein, wie soll ich mich denn nem japanischen frisör verständlich machen?
aber es musste sein, und also hab ich mich heute aufgemacht. und es hat ganz gut geklappt - hab mich durch ne ganze stunde smalltalk gequält, mit viel lächeln und nicken und dem gelegentlichen erinnern an den beruhigenden gedanken, dass ich, wenn es zu schlimm wird, die haare ja immer noch einfach zusammenbinden kann.
aber es ist ganz hübsch geworden, und der frisör war auch echt nett.
und schreiben tu ich das vor allem aus einem grund: nicht alles ist hier ganz komisch und seltsam. ein frisörbesuch ist hier eigentlich genauso wie in deutschland. (außer dass man eine decke über die beine kriegt gegen die kälte und der frisör sich mehrmals bedankt.)
zum schluss beweisfotos.
aber es musste sein, und also hab ich mich heute aufgemacht. und es hat ganz gut geklappt - hab mich durch ne ganze stunde smalltalk gequält, mit viel lächeln und nicken und dem gelegentlichen erinnern an den beruhigenden gedanken, dass ich, wenn es zu schlimm wird, die haare ja immer noch einfach zusammenbinden kann.
aber es ist ganz hübsch geworden, und der frisör war auch echt nett.
und schreiben tu ich das vor allem aus einem grund: nicht alles ist hier ganz komisch und seltsam. ein frisörbesuch ist hier eigentlich genauso wie in deutschland. (außer dass man eine decke über die beine kriegt gegen die kälte und der frisör sich mehrmals bedankt.)
zum schluss beweisfotos.
2010/11/12
ise - besuch bei dem schrein
und warum 'dem'? gitbs nicht unzählige schreine hier in japan?
natürlich, das wisst ihr auch. und natürlich ist das alles rhetorisch, und natürlich meien ich damit, ise sei der 'ultimative' schrein, obwohl das eigentlich ziemlicher quatsch ist, denn es gibt wohl kaum eine von ihrer natur her dezentralisiertere religion als den shinto, wo jedes dorf sich um seine eigenen götter kümmert.
nun gab es aber doch einige, die überregionale bedeutung hatten, und davon ist die sonnen göttin klar eine der wichtigsten. und dann kam fröhlich der staatsshinto daher, in der meiji-zeit (ab 1868, der zwangsöffnung des landes), in der die macht wieder vom shogun auf den kaiser zurückging, die macht der adeligen beschnitten werden sollte zugunsten der des kaisers etc. und da braucht man halt ordentlich autorität im rücken, um das land zu einen. und was macht man? klar, man bedient sich der religion, das klappt doch immer ganz gut, und leider gibt sich die religion viel zu oft dazu her. so schuf man also ein system des staatsshinto, in dem die rolle des kaisers als abkömmling amatarasus (der sonnengöttin) stark betont wurde (was zu solchem wahsinn führte wie der behauptung, der kaiser als gott beschütze japan und japan könne somit den 2. weltkrieg niemals verlieren - eine durchaus nicht unseltene ansicht dieser tage, habe ich den eindruck). also, amaterasu als quasi-staatsgöttin. und ihr hauptschrein eben in ise, weil sie sich laut der legende dort niedergelassen hatte. als sie den fluss überquerte, hatte sie bunte kugeln den fluss runterrollen sehen, und das war so schön, dass sie beschloss zu bleiben.
neben dem 'hauptschrein', amaterasus schrein mit allem drum und dran, gibt es aber noch einen äußeren schrein: den schrein für eine fruchtbarkeitsgöttin, von der es heißt, sie bereite amaterasus mahl zu. was dazu führt, dass bis heute jeden tag priester in diesem schrein essen zubereiten und es dann zu amaterasus schrein bringen.
die größte besinderheit ises liegt allerdings in einer anderen sache: es gibt diese schreine schon seit ein, eineinhalbtausend jahren - oder erst seit 17, je nachdem. sie werden nämlich alle 20 jahre neu gebaut, direkt neben dem grade benutzten schrein, und der wird nach 20 jahren, wenn die göttin umzieht, abgebaut. warum? kann man nicht wirklich sagen. kann sein, dass es was mit dem shintoistischen konzept von 'kegare' zu tun hat. wenn ein gott in einem objekt wohnt, ist das objekt daraufhin 'kegare', unrein - gerade weil der reine gott darin war. fragt nicht, ist so. daher gibt es auch heute noch oft den brauch, heilige dinge, in denen temporär eine gottheit wohnt (wie z.b. bestimmte gestecke an den haustüren an neujahr) nach der benutzung zu vernichten. und da schreine eigentlich ja auch nur wohnstätten für die gottheiten sind, werden sie ja eigentlihc auch kegare. also müsste man sie eigentlich auch vernichten. macht man aber eigentlich nicht mehr. (wäre auch ganz schön teuer...)
eien andere erklärung ist, dass bei den anfänglichen baumethoden das dach nach 20 jahren undicht wurde.
wie dem auch sei, ein riesenhaufen geld wird in diesen neubau gesteckt, aber immerhin gibt das ner menge einheimischen handwerkern ein sicheres einkommen...
genug der vorrede, hier kommen die bilder.
bevor wir das gelände des schreins betreten, müssen wir uns reinigen. am besten, indem man durch einen fluss geht, was man früher vor ise auch machte. später ging man dann symbolisch über eine brücke. naja. auf jeden fall, purification ist quasi das konzept des shinto. also shinto - eine religion mit waschzwang? nur ist das halt alles symbolisch. ich hab auch schon gesehen, wie ein priester den teilnehmern an einem ritual etwas salz vor die füße warf. auch beliebt ist die reinigung mittels wedeln eines wedels aus weißen papieren um den kopf herum.
ach, dabei fällt mir auf: es tut mir furchtbar leid, dass ich das so zynisch schreibe! ich weiß genau, auch das christentum hat viele eigenartige symbolische und mythische elemente. ich halte mich keineswegs für besser. aber ich bin zu müde und hab zu wenig zeit, um hier auf politische korrektheit zu achten. und, ganz ehrlich - ich achte viele ideen des shinto sehr, und sie haben ganz andere möglichkeiten, für menschen da zu sein. aber diese rituale... neee, damit kann ich absolut nix anfangen. abgesehen davon: dies ist bei weitem keine religionswissenschaftliche bahandlung, nur mein blog, und den wollt ihr ja auch lesen, sonst wärt ihr nicht hier.
also zurück zum foto oben: die normale reinigung vor einem tempel findet an so einer hütte statt, wo man mit einem schöpfer erst wasser über die hände gießt und dann den mund etwas ausspült.
und dann steht man im wald. nicht immer, aber viele größere schreine haben immer noch einen wald um sich herum, und bäume sind (neben bergen, felsen und meer) oft heilige orte. wobei diese parks oft auch als praks genutzt werden und beileibe nicht ausschließlich einschüchternd-heilig sind.
so, hier nochmal ganz deutlich: das ist ein torii, ein tor vor einem schrein. daran erkennt auch der ungeübte betrachter, dass er es mit einem schrein, keinem tempel zu tun hat. manchmal stehen solche torii auch ziemlich unvermittelt in der landschaft, um irgendwas heilige szu bezeichnen.
und da sist dann so ungefähre alles, was man sehen kann - und alles, was man fotografieren darf. man kann sich den aufbau eines schreins ähnlich vorstellen wie den des jerusalemer tempels: viele viele ebenen, bevor man beim heiligsten ankäme - was man nie tut. (wobei ich mic hdann imer frage, wer dann saubermacht).
das gebäude, das man hier durch das torii sieht, ist das erste. danach kommt noch eins, und dann noch eins, und darin ist dann das allerheiligste. soweit kann man nicht sehen. und zu normalen ritualen kommen auch die priester nur bis zum zweiten gebäude. die oberpriesterin ist übrigens eine frau aus kaiserlicher familie, und urpsrünglich hatte sie eien jungfrau sein sollen, aber diese regel wurde anscheinend bald aufgegeben. ein hoch auf vernunft und pragmatismus, wie man ihn im japanischen umgang mit religion häufiger beobachten kann.
sieht der felsen nicht aus wie ne schildkröte?
es ist alles sehr schlicht, und kein einziger nagel wird verwendet - alles holz, das perfekt ineinander gepasst wird. und alles zeder. aber die dachbalken sind vergoldet. sieht wirklich schön aus, das schlichte helle holz, der grüne wald, das bisschen gold...
und was wäre ein schrein ohne seinen verkauf von amuletten, zukunfts-vorhersage-zetteln und ähnlichem?
ich weiß, das bild ist eigentlich schlecht, aber - ne motorradgang bei mgemeinsamen schrein-bessuch? viel zu cool. und übrigens, glaube ich, nur für meine ausländischen augen so ungewöhnlich. hier macht man das einfahc mal, hab auch schon kleine grüppchen schulkinder beim schrein-besuch gesehen.
und danach geht man natürlich essen und mitbringsel shoppen.
so. genug für jetzt. danach waren wir noch am meer, um zwei heilige felsen zu sehen, aber davon stell ich später ein paar bilder online.
natürlich, das wisst ihr auch. und natürlich ist das alles rhetorisch, und natürlich meien ich damit, ise sei der 'ultimative' schrein, obwohl das eigentlich ziemlicher quatsch ist, denn es gibt wohl kaum eine von ihrer natur her dezentralisiertere religion als den shinto, wo jedes dorf sich um seine eigenen götter kümmert.
nun gab es aber doch einige, die überregionale bedeutung hatten, und davon ist die sonnen göttin klar eine der wichtigsten. und dann kam fröhlich der staatsshinto daher, in der meiji-zeit (ab 1868, der zwangsöffnung des landes), in der die macht wieder vom shogun auf den kaiser zurückging, die macht der adeligen beschnitten werden sollte zugunsten der des kaisers etc. und da braucht man halt ordentlich autorität im rücken, um das land zu einen. und was macht man? klar, man bedient sich der religion, das klappt doch immer ganz gut, und leider gibt sich die religion viel zu oft dazu her. so schuf man also ein system des staatsshinto, in dem die rolle des kaisers als abkömmling amatarasus (der sonnengöttin) stark betont wurde (was zu solchem wahsinn führte wie der behauptung, der kaiser als gott beschütze japan und japan könne somit den 2. weltkrieg niemals verlieren - eine durchaus nicht unseltene ansicht dieser tage, habe ich den eindruck). also, amaterasu als quasi-staatsgöttin. und ihr hauptschrein eben in ise, weil sie sich laut der legende dort niedergelassen hatte. als sie den fluss überquerte, hatte sie bunte kugeln den fluss runterrollen sehen, und das war so schön, dass sie beschloss zu bleiben.
neben dem 'hauptschrein', amaterasus schrein mit allem drum und dran, gibt es aber noch einen äußeren schrein: den schrein für eine fruchtbarkeitsgöttin, von der es heißt, sie bereite amaterasus mahl zu. was dazu führt, dass bis heute jeden tag priester in diesem schrein essen zubereiten und es dann zu amaterasus schrein bringen.
die größte besinderheit ises liegt allerdings in einer anderen sache: es gibt diese schreine schon seit ein, eineinhalbtausend jahren - oder erst seit 17, je nachdem. sie werden nämlich alle 20 jahre neu gebaut, direkt neben dem grade benutzten schrein, und der wird nach 20 jahren, wenn die göttin umzieht, abgebaut. warum? kann man nicht wirklich sagen. kann sein, dass es was mit dem shintoistischen konzept von 'kegare' zu tun hat. wenn ein gott in einem objekt wohnt, ist das objekt daraufhin 'kegare', unrein - gerade weil der reine gott darin war. fragt nicht, ist so. daher gibt es auch heute noch oft den brauch, heilige dinge, in denen temporär eine gottheit wohnt (wie z.b. bestimmte gestecke an den haustüren an neujahr) nach der benutzung zu vernichten. und da schreine eigentlich ja auch nur wohnstätten für die gottheiten sind, werden sie ja eigentlihc auch kegare. also müsste man sie eigentlich auch vernichten. macht man aber eigentlich nicht mehr. (wäre auch ganz schön teuer...)
eien andere erklärung ist, dass bei den anfänglichen baumethoden das dach nach 20 jahren undicht wurde.
wie dem auch sei, ein riesenhaufen geld wird in diesen neubau gesteckt, aber immerhin gibt das ner menge einheimischen handwerkern ein sicheres einkommen...
genug der vorrede, hier kommen die bilder.
bevor wir das gelände des schreins betreten, müssen wir uns reinigen. am besten, indem man durch einen fluss geht, was man früher vor ise auch machte. später ging man dann symbolisch über eine brücke. naja. auf jeden fall, purification ist quasi das konzept des shinto. also shinto - eine religion mit waschzwang? nur ist das halt alles symbolisch. ich hab auch schon gesehen, wie ein priester den teilnehmern an einem ritual etwas salz vor die füße warf. auch beliebt ist die reinigung mittels wedeln eines wedels aus weißen papieren um den kopf herum.
ach, dabei fällt mir auf: es tut mir furchtbar leid, dass ich das so zynisch schreibe! ich weiß genau, auch das christentum hat viele eigenartige symbolische und mythische elemente. ich halte mich keineswegs für besser. aber ich bin zu müde und hab zu wenig zeit, um hier auf politische korrektheit zu achten. und, ganz ehrlich - ich achte viele ideen des shinto sehr, und sie haben ganz andere möglichkeiten, für menschen da zu sein. aber diese rituale... neee, damit kann ich absolut nix anfangen. abgesehen davon: dies ist bei weitem keine religionswissenschaftliche bahandlung, nur mein blog, und den wollt ihr ja auch lesen, sonst wärt ihr nicht hier.
also zurück zum foto oben: die normale reinigung vor einem tempel findet an so einer hütte statt, wo man mit einem schöpfer erst wasser über die hände gießt und dann den mund etwas ausspült.
und dann steht man im wald. nicht immer, aber viele größere schreine haben immer noch einen wald um sich herum, und bäume sind (neben bergen, felsen und meer) oft heilige orte. wobei diese parks oft auch als praks genutzt werden und beileibe nicht ausschließlich einschüchternd-heilig sind.
so, hier nochmal ganz deutlich: das ist ein torii, ein tor vor einem schrein. daran erkennt auch der ungeübte betrachter, dass er es mit einem schrein, keinem tempel zu tun hat. manchmal stehen solche torii auch ziemlich unvermittelt in der landschaft, um irgendwas heilige szu bezeichnen.
und da sist dann so ungefähre alles, was man sehen kann - und alles, was man fotografieren darf. man kann sich den aufbau eines schreins ähnlich vorstellen wie den des jerusalemer tempels: viele viele ebenen, bevor man beim heiligsten ankäme - was man nie tut. (wobei ich mic hdann imer frage, wer dann saubermacht).
das gebäude, das man hier durch das torii sieht, ist das erste. danach kommt noch eins, und dann noch eins, und darin ist dann das allerheiligste. soweit kann man nicht sehen. und zu normalen ritualen kommen auch die priester nur bis zum zweiten gebäude. die oberpriesterin ist übrigens eine frau aus kaiserlicher familie, und urpsrünglich hatte sie eien jungfrau sein sollen, aber diese regel wurde anscheinend bald aufgegeben. ein hoch auf vernunft und pragmatismus, wie man ihn im japanischen umgang mit religion häufiger beobachten kann.
sieht der felsen nicht aus wie ne schildkröte?
es ist alles sehr schlicht, und kein einziger nagel wird verwendet - alles holz, das perfekt ineinander gepasst wird. und alles zeder. aber die dachbalken sind vergoldet. sieht wirklich schön aus, das schlichte helle holz, der grüne wald, das bisschen gold...
und was wäre ein schrein ohne seinen verkauf von amuletten, zukunfts-vorhersage-zetteln und ähnlichem?
ich weiß, das bild ist eigentlich schlecht, aber - ne motorradgang bei mgemeinsamen schrein-bessuch? viel zu cool. und übrigens, glaube ich, nur für meine ausländischen augen so ungewöhnlich. hier macht man das einfahc mal, hab auch schon kleine grüppchen schulkinder beim schrein-besuch gesehen.
und danach geht man natürlich essen und mitbringsel shoppen.
so. genug für jetzt. danach waren wir noch am meer, um zwei heilige felsen zu sehen, aber davon stell ich später ein paar bilder online.
2010/11/11
fishy religions
nur kurz, bin eigentlich viel zu müde und auch zu kalt, um zu posten . hier drin hats grad vermutlich 12 grad und ich hab meine wollpullis grad alle in die wäsche schmeißen müssen, den letzten, weil ich grad kuchen gebacken hab fürs common meal morgen. dementsprechend bin ich auch fertig, weil ich seit heute morgen auf den beinen bin. und das geht die ganze woche schon so... ich will schlafen! rumgammeln! zeit haben!
aber egal.
eigentlich schreibe ich diesen post auch nur, um den moment nicht zu verlieren. heute hatten wir nämlich eine class in new religions. wie ich vermutlich schon mal erwähnt habe, gibt es in japan neben den großen etablierten religionen shinto und buddhismus und der kleinen etablierten religion christentum auch viele neue religionen, die wie pilze aus dem boden schießen. bisher habe ich diese religionen eigentlich alle für humbug gehalten, und in jeder new religions class musste ich mich bemühen, meinen skeptizismus nicht allzu sehr durchscheinen zu lassen. bei manchen bewegungen ist dieses misstrauen auch durchaus berechtigt, scheint mir - die leute, die schnelle heilung versprechen oder erleuchtung in 2 tagen oder viel geld... meine herren, es kursiert verdammt viel unsinn da draußen.
aber heute hab ihc zum ersten mal anders gedacht. einer unserer dozenten kommt von tenri, einer der ältesten neuen religionen, gegründet um 1800 rum. und heute hat er uns eben was über tenri erzählt. wie die gründerin eines schönen tages mit 41 mit der stimme gottes sprach, der verkündete, diese frau nun als lebenden schrein 'beziehen' zu wollen. (was für ne vorstellung! immerhin hatte die dame nen ehemann, kinder, familie...) wie sie dann daranging, all ihre besitztümer (und die ihrer familie) wegzugeben. wie sie irgendwann in ihrer gegend berühmtheit für ihre heilungsfähigkeiten erlangte (das ist ja irgendwie der evergreen unter den besonderen fähigkeiten, oder?). wie sie schließlich eine immer größer werdende gruppe anhänger gewann, ihre vorstellung eines gottesdienstes in die tat umsetzte, ihre lehren aufschrieb und mit 90 jahren, nach viel ärger durch die behörden, die sie 19mal ins gefängnis warfen (es gab damals nur 3 erlaubte religionen, shinto, buddhismus und christentum, und sie störte), starb - bzw. ihre physische gegenwart aufgab. wie der tag ihres todes für ihre nachfolger ein schick war, weil sie davon ausgegangen waren, ihre heilige lebe bis 115, und wie dann in die unsicherheit eine ihrer schüler(innen ? keine ahnung, im englischen steht halt nur disciple) mit ihrer stimme sprach 'keine sorge, ich bin immer noch da, nur nicht mehr physisch, ich werde immerbei euch sein'.
und irgendwann dachte ich dann, genauso wie ich jetzt müssen sich die römer, juden, griechen gefühlt haben, die von dieser neuen komischen sekte christentum hörten. ganz genauso. ziemlich ungläubig, irritiert, amüsiert, aber auch verwundert, warum das leute ernst nehmen können. und ob dann nicht doch irgendwie was dran sein könnte? wer weiß?
und dann die interessanteste frage: wann ist eine komische neue bewegung eine religion? einfach, wenn genug zeit verstrichen ist, dass ihre zweifelhaften anfänge ins mythische dunkel versunken sind?
was mich an einen gedanken erinnerte, den ich bei einer vorigen new-religions-class hatte, wo ein komischer pseudo-buddhist seine behauptung, er vertrete eigentlich den authentischen buddhismus, stützte, indem er einen ganz, ganz alten text mit buddhas echten worten wiederentdeckte.
sounds fishy?
ich musste an den josianischen buchfund denken...
aber egal.
eigentlich schreibe ich diesen post auch nur, um den moment nicht zu verlieren. heute hatten wir nämlich eine class in new religions. wie ich vermutlich schon mal erwähnt habe, gibt es in japan neben den großen etablierten religionen shinto und buddhismus und der kleinen etablierten religion christentum auch viele neue religionen, die wie pilze aus dem boden schießen. bisher habe ich diese religionen eigentlich alle für humbug gehalten, und in jeder new religions class musste ich mich bemühen, meinen skeptizismus nicht allzu sehr durchscheinen zu lassen. bei manchen bewegungen ist dieses misstrauen auch durchaus berechtigt, scheint mir - die leute, die schnelle heilung versprechen oder erleuchtung in 2 tagen oder viel geld... meine herren, es kursiert verdammt viel unsinn da draußen.
aber heute hab ihc zum ersten mal anders gedacht. einer unserer dozenten kommt von tenri, einer der ältesten neuen religionen, gegründet um 1800 rum. und heute hat er uns eben was über tenri erzählt. wie die gründerin eines schönen tages mit 41 mit der stimme gottes sprach, der verkündete, diese frau nun als lebenden schrein 'beziehen' zu wollen. (was für ne vorstellung! immerhin hatte die dame nen ehemann, kinder, familie...) wie sie dann daranging, all ihre besitztümer (und die ihrer familie) wegzugeben. wie sie irgendwann in ihrer gegend berühmtheit für ihre heilungsfähigkeiten erlangte (das ist ja irgendwie der evergreen unter den besonderen fähigkeiten, oder?). wie sie schließlich eine immer größer werdende gruppe anhänger gewann, ihre vorstellung eines gottesdienstes in die tat umsetzte, ihre lehren aufschrieb und mit 90 jahren, nach viel ärger durch die behörden, die sie 19mal ins gefängnis warfen (es gab damals nur 3 erlaubte religionen, shinto, buddhismus und christentum, und sie störte), starb - bzw. ihre physische gegenwart aufgab. wie der tag ihres todes für ihre nachfolger ein schick war, weil sie davon ausgegangen waren, ihre heilige lebe bis 115, und wie dann in die unsicherheit eine ihrer schüler(innen ? keine ahnung, im englischen steht halt nur disciple) mit ihrer stimme sprach 'keine sorge, ich bin immer noch da, nur nicht mehr physisch, ich werde immerbei euch sein'.
und irgendwann dachte ich dann, genauso wie ich jetzt müssen sich die römer, juden, griechen gefühlt haben, die von dieser neuen komischen sekte christentum hörten. ganz genauso. ziemlich ungläubig, irritiert, amüsiert, aber auch verwundert, warum das leute ernst nehmen können. und ob dann nicht doch irgendwie was dran sein könnte? wer weiß?
und dann die interessanteste frage: wann ist eine komische neue bewegung eine religion? einfach, wenn genug zeit verstrichen ist, dass ihre zweifelhaften anfänge ins mythische dunkel versunken sind?
was mich an einen gedanken erinnerte, den ich bei einer vorigen new-religions-class hatte, wo ein komischer pseudo-buddhist seine behauptung, er vertrete eigentlich den authentischen buddhismus, stützte, indem er einen ganz, ganz alten text mit buddhas echten worten wiederentdeckte.
sounds fishy?
ich musste an den josianischen buchfund denken...
2010/11/10
2010/11/09
naaaraaaaa
das war die woche der field trips. die alte hauptstadt, das hauptquartier einer der größten buddhistischen sekten japans, einer der wichtigsten schreine japans, und noch ein wichtiger schrein.
nicht schlecht, wa?
die frage ist nur, wie erzählen? ich hab das gefühl, field trips sind eher fotogelegenheiten. und, klar, auch einträge von der sorte 'boah, guckt mal, wo ich gelandet bin - wie exoootisch!'. aber was ich dabei lerne, das kann ich nur teilweise mitteilen. zumal wenn es so viel zeug inh einer woche ist, dass ich gar nicht die zeit hab, alles so zu behandeln, wie ich sollte, um euch einen eindruck davon zu geben, was mich beeindruckt hat. ich meine, einerseits kann ich euch nen haufen bilder hier reinstellen und das ist auch ganz nett, bunt und so. andererseits kann ich nen langen artikel schreiben - oder eher könnte ich, denn irgendwie hab ich dafür grad nicht den kopf frei. oder ich nehme ein bild und schreibe mal eine lange bildbetrachtung. wäre auch toll, aber welches bild sollte ich auswählen?
ach je...
wie dem auch sei, ich fange jetzt mal mit dem am längsten vergangenen field trip an: der alten kaiserhauptstadt nara. nara war die hauptstadt vor langer, langer zeit - danach verlegte der kaiser seinen sitz nach kyoto, und dann 1868 wurde der sitz nach toyko verlegt. zur nara-zeit entwickelte sich der buddhismus auch und wurde politisch ziemlich einflussreich. so sehr, dass ein buddhistischer mönch kurz davor war, mal kaiser zu werden - aber daraus wurde dann doch nix.
recht am anfang erzählte jokei, unser 'supervisor', buddhistischer priester (mit einem ziemlich dreisten humor) und vor allem researcher an der uni, die buddhisten hätten nara verlassen, weil der hof zu viel einfluss gewonnen hätte, und hätten ein neues, politik-freies zentrum auf dem berg hiei eingerichtet (von dem gibts auch schon nen artikel). später hörte ich dann von jemand anderem, der hof hätte nara verlassen, weil die buddhisten zu viel einfluss gewonnen hätte. hm?
schließlich die auflösung der verwirrung: erst hat sich ein mönch abgesetzt und auf hiei was neues angefangen. das war tatsächlich eine abkehr von nara, aber nicht nur von der politik, sondern auch von den buddhisten dort, die viel zu sehr an macht und einfluss interessiert waren. (damals waren staat und buddhismus sehr eng verquickt, der buddhismus war eine intellektuell-magische angelegenheit, und die priester/nönche wurden uner enger staatskontrolle gehalten, hatten vor allem für das staatswowhl zu beten und bloß nicht rumzulaufen und tatsächlich mit leuten zu reden!) der plan ging nicht so ganz auf, hiei entwickelte selbst bald enge beziehungen zum hof, aber es behielt sich immerhin, scheint mir, ein stück mehr unabhängigkeit. und der hof zog zumidnet teilweise tatsächlich um, um den einflussreichen buddhistischen orden zu entfliehen.
also - irgendwie hatte beides gestimmt. auch interessant.
zurück also zu nara. ehrlich gesagt, allzu lehrreich war der field trip selbst nicht, denn wir hatten niemanden dabei, der sich wirklich fachkundig ausgekannt hätte. jokei konnte ein bisschen was erzählen, war aber mindestens genauso sehr damit beschäftigt, ein mitbringsel (omiage) für seine frau zu finden. ja, die omiage-kultur ist hier sehr lebendig und sicherlich mit für die recht gute wirtschaftliche lage verantwortlich. ich meine, bei jeder sehenswürdigkeit gibt es läden und stände, die mitbringsel verkaufen, sei es kitsch, dekoratives, praktisches und viel viel essen. jede region, jeder ort hat seine spezialität, und wenn es nur ein wenig anders zubereitete nudeln sind. und wie wir von jokei erfuhren, sei es durchaus ganz normal, auch von einem so kurzen ausflug etwas mitzubringen. immerhin, er nahm shcließlich etwas zu essen, also quasi das abendessen. also doch wieder recht praktisch.
und irgendwie ist es ja auch nett, ständig geschenke zu geben und zu bringen. bloß teuer - die meisten omiage isnd ja nicht dinge, die man wirklich brauchen kann, sondern nette kleinigkeiten. und dafür lässt man dann ordentlich geld.
nun denn. zurück zu nara.
1.: nara ist voller rehe. die viecher werden als göttliche botschafter angesehen und rennen überall herum. erinnert an die kühe in indien.
natürlich gibts auch entsprechende reh-futter-stände. und naürlich auch warnschilder:
super, oder?
natürlich hat nara auch sein eigenes maskottchen, sento-kun:
den kann man auf jedem zugehriogen bahnhof sehen, ab und zu auch schaukelnd unter der decke...
aber genug der rehe. es gibt ja auch ein paar sehr schöne, kulturell höchst bedeutende tempel und schreine.
hier das haupttor eines tempels. ehrlich gesagt, weiß ich nicht mehr, welcher. aber er ist sehr bedeutend. im tor drin zwei schutzgötter:
hiner gittern, zur sicherheit der besucher.
ach ja, noch ein paar schrecklichkeiten eines souvenirshops:
jetzt aber wieder zurück zur ernsthaften kultur.
ein blick auf den tempel. ziemlich groß... aber nur ein drittel der original-größe.wurde damals vom kaiser gebaut, der sich stark dem buddhismus zugewandt hatte und darin eine riesige vergoldete budddha-statue aufbauen ließ, in der hoffnung, das würde das land von den krankheits- und unwetterplagen befreien.
das ding ist rieeeesig. zum vergleich unten eines der blätter der lotusblumen, auf denen der kerl sitzt.
natürlich brauchen auch tempel geld, um erhalten zu werden - und die eintrittspreise scheinen nicht zu reichen. wie wäre es mit diesem fundraising-modell?
im kühleren nara war auch die momiji, die herbstliche färbung der bäume und vor allem des japanischen ahorns, in vollem gange:
und dann gings weiter zum schrein. natürlich hat nara als alte hauptstadt auch wichtige shinto-schreine. und da wir an einem national holiday da waren, war es auch recht belebt. außerdem ist grade die zeit des shichi-go-san, also 7-5-3. das bedeutet, dass kinder in diesen altersstufen mit ihren familien einen schrein besuchen, um sich dort der gottheit zu präsentieren und für ein weiterhin glückliches leben zu beten. ist ne kurze angelegenheit, und das kind wird in einen wunderschönen kimono gesteckt, daher sind die entsprecheneden familien gut erkennbar.
hinten rechts der priester, der das gebet spricht, vorne die familie, die das gebet bestellt hat. wie das vonstatten geht, werde ich in den näcshten tagen genauer schreiben - wurde heute im heian-schrein in einer ähnlichen, aber schlichteren zeremonie der örtlichen gottheit vorgestellt.
noch ein paar schrein-impressionen:
das sind ema (wörtl: pferdbilder), die man gegen eine 'spende' erwerben kann und auf die man wünsche schreiben kann. diese hier sind recht modern und geben ein recht deutlichen hinweis auf die hauptaufgabe dieser gottheit: sie hat offentlichtlich irgendwas mit liebe zu tun.
und schlussendlich ein letztes interessantes bild: direkt an einer großen tempel-anlage steht eine kirche, die genauso aussieht wie ein kleiner tempel. leider war keiner da... hätte diese kirche gern von innen gesehen.
so. genug für heute, gute nacht!
nicht schlecht, wa?
die frage ist nur, wie erzählen? ich hab das gefühl, field trips sind eher fotogelegenheiten. und, klar, auch einträge von der sorte 'boah, guckt mal, wo ich gelandet bin - wie exoootisch!'. aber was ich dabei lerne, das kann ich nur teilweise mitteilen. zumal wenn es so viel zeug inh einer woche ist, dass ich gar nicht die zeit hab, alles so zu behandeln, wie ich sollte, um euch einen eindruck davon zu geben, was mich beeindruckt hat. ich meine, einerseits kann ich euch nen haufen bilder hier reinstellen und das ist auch ganz nett, bunt und so. andererseits kann ich nen langen artikel schreiben - oder eher könnte ich, denn irgendwie hab ich dafür grad nicht den kopf frei. oder ich nehme ein bild und schreibe mal eine lange bildbetrachtung. wäre auch toll, aber welches bild sollte ich auswählen?
ach je...
wie dem auch sei, ich fange jetzt mal mit dem am längsten vergangenen field trip an: der alten kaiserhauptstadt nara. nara war die hauptstadt vor langer, langer zeit - danach verlegte der kaiser seinen sitz nach kyoto, und dann 1868 wurde der sitz nach toyko verlegt. zur nara-zeit entwickelte sich der buddhismus auch und wurde politisch ziemlich einflussreich. so sehr, dass ein buddhistischer mönch kurz davor war, mal kaiser zu werden - aber daraus wurde dann doch nix.
recht am anfang erzählte jokei, unser 'supervisor', buddhistischer priester (mit einem ziemlich dreisten humor) und vor allem researcher an der uni, die buddhisten hätten nara verlassen, weil der hof zu viel einfluss gewonnen hätte, und hätten ein neues, politik-freies zentrum auf dem berg hiei eingerichtet (von dem gibts auch schon nen artikel). später hörte ich dann von jemand anderem, der hof hätte nara verlassen, weil die buddhisten zu viel einfluss gewonnen hätte. hm?
schließlich die auflösung der verwirrung: erst hat sich ein mönch abgesetzt und auf hiei was neues angefangen. das war tatsächlich eine abkehr von nara, aber nicht nur von der politik, sondern auch von den buddhisten dort, die viel zu sehr an macht und einfluss interessiert waren. (damals waren staat und buddhismus sehr eng verquickt, der buddhismus war eine intellektuell-magische angelegenheit, und die priester/nönche wurden uner enger staatskontrolle gehalten, hatten vor allem für das staatswowhl zu beten und bloß nicht rumzulaufen und tatsächlich mit leuten zu reden!) der plan ging nicht so ganz auf, hiei entwickelte selbst bald enge beziehungen zum hof, aber es behielt sich immerhin, scheint mir, ein stück mehr unabhängigkeit. und der hof zog zumidnet teilweise tatsächlich um, um den einflussreichen buddhistischen orden zu entfliehen.
also - irgendwie hatte beides gestimmt. auch interessant.
zurück also zu nara. ehrlich gesagt, allzu lehrreich war der field trip selbst nicht, denn wir hatten niemanden dabei, der sich wirklich fachkundig ausgekannt hätte. jokei konnte ein bisschen was erzählen, war aber mindestens genauso sehr damit beschäftigt, ein mitbringsel (omiage) für seine frau zu finden. ja, die omiage-kultur ist hier sehr lebendig und sicherlich mit für die recht gute wirtschaftliche lage verantwortlich. ich meine, bei jeder sehenswürdigkeit gibt es läden und stände, die mitbringsel verkaufen, sei es kitsch, dekoratives, praktisches und viel viel essen. jede region, jeder ort hat seine spezialität, und wenn es nur ein wenig anders zubereitete nudeln sind. und wie wir von jokei erfuhren, sei es durchaus ganz normal, auch von einem so kurzen ausflug etwas mitzubringen. immerhin, er nahm shcließlich etwas zu essen, also quasi das abendessen. also doch wieder recht praktisch.
und irgendwie ist es ja auch nett, ständig geschenke zu geben und zu bringen. bloß teuer - die meisten omiage isnd ja nicht dinge, die man wirklich brauchen kann, sondern nette kleinigkeiten. und dafür lässt man dann ordentlich geld.
nun denn. zurück zu nara.
1.: nara ist voller rehe. die viecher werden als göttliche botschafter angesehen und rennen überall herum. erinnert an die kühe in indien.
natürlich gibts auch entsprechende reh-futter-stände. und naürlich auch warnschilder:
super, oder?
natürlich hat nara auch sein eigenes maskottchen, sento-kun:
den kann man auf jedem zugehriogen bahnhof sehen, ab und zu auch schaukelnd unter der decke...
aber genug der rehe. es gibt ja auch ein paar sehr schöne, kulturell höchst bedeutende tempel und schreine.
hier das haupttor eines tempels. ehrlich gesagt, weiß ich nicht mehr, welcher. aber er ist sehr bedeutend. im tor drin zwei schutzgötter:
hiner gittern, zur sicherheit der besucher.
ach ja, noch ein paar schrecklichkeiten eines souvenirshops:
jetzt aber wieder zurück zur ernsthaften kultur.
ein blick auf den tempel. ziemlich groß... aber nur ein drittel der original-größe.wurde damals vom kaiser gebaut, der sich stark dem buddhismus zugewandt hatte und darin eine riesige vergoldete budddha-statue aufbauen ließ, in der hoffnung, das würde das land von den krankheits- und unwetterplagen befreien.
das ding ist rieeeesig. zum vergleich unten eines der blätter der lotusblumen, auf denen der kerl sitzt.
natürlich brauchen auch tempel geld, um erhalten zu werden - und die eintrittspreise scheinen nicht zu reichen. wie wäre es mit diesem fundraising-modell?
im kühleren nara war auch die momiji, die herbstliche färbung der bäume und vor allem des japanischen ahorns, in vollem gange:
und dann gings weiter zum schrein. natürlich hat nara als alte hauptstadt auch wichtige shinto-schreine. und da wir an einem national holiday da waren, war es auch recht belebt. außerdem ist grade die zeit des shichi-go-san, also 7-5-3. das bedeutet, dass kinder in diesen altersstufen mit ihren familien einen schrein besuchen, um sich dort der gottheit zu präsentieren und für ein weiterhin glückliches leben zu beten. ist ne kurze angelegenheit, und das kind wird in einen wunderschönen kimono gesteckt, daher sind die entsprecheneden familien gut erkennbar.
hinten rechts der priester, der das gebet spricht, vorne die familie, die das gebet bestellt hat. wie das vonstatten geht, werde ich in den näcshten tagen genauer schreiben - wurde heute im heian-schrein in einer ähnlichen, aber schlichteren zeremonie der örtlichen gottheit vorgestellt.
noch ein paar schrein-impressionen:
das sind ema (wörtl: pferdbilder), die man gegen eine 'spende' erwerben kann und auf die man wünsche schreiben kann. diese hier sind recht modern und geben ein recht deutlichen hinweis auf die hauptaufgabe dieser gottheit: sie hat offentlichtlich irgendwas mit liebe zu tun.
und schlussendlich ein letztes interessantes bild: direkt an einer großen tempel-anlage steht eine kirche, die genauso aussieht wie ein kleiner tempel. leider war keiner da... hätte diese kirche gern von innen gesehen.
so. genug für heute, gute nacht!
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