2010/12/28

reisepläne...

es hat eigentlich noch ne woche zeit, aber da ich sowieso ständig drüber nachdenke (seit wochen eigentlich schon), gebe ich hier mal ne vorstellung meiner reisepläne. immerhin gehts für mich in eineinhalb wochen los... und dann werd ich bis 5. april ständig unterwegs sein, mit allem, was ich habe, auf dem rücken, nirgendwo länger als 10 tage...
und all das muss ja auch abgepsrochen werden. immerhin, seit zwei wochen ist klar, dass ich das praktikun in kamakura machen kann, und gestern hab ich den priester in oita erreicht, das geht auch klar, und mitsumi hat mir heute geantwortet, und ich hab jetzt mit ihr festgemacht, dass ich am wochenende vor dem tempelbesuch zu ihr fahre, und bei tane und nozomi kann ich die letzten tage in tokyo bleiben... eigentlich muss ich also nur noch wissen, wann genau alois runter nach kyushu kommt, ob mitsumi mich nach sakurajima nimmt, auf sachiyos antwort warten (besuche ich sie vor oder nach ARI?) - und rauskriegen, wie ich überhaupt nach kumamoto komme.
und natürlich packen, und alles überschüssige zeug nach deutschland schicken.
ach, und ein visum für china kriegen, aber da werd ich morgen zum chinesischen konsulat in osaka fahren und schauen, ob das klappt. (ich hoffe bloß, dass irgendwer dort englisch kann! sonst wird das ziemlich lustig... oder weiß irgendwer, was vollmacht und so zeug auf japanisch heißt? oh je, oh je.)
na gut, genug angegeben und verwirrt, hier mal von vorn:
mein akademisches programm ist seit der tokyo-exkursion vorbei. im moment hab ich ferien, was ich auch genieße - und kaum nutze, um noch mehr zu sehen, sondern eher, um mal ruhe zu haben und ein bisschen zeit mit meinem mitbewohnern hier.

am 7 januar fahre ich dann mit einem meiner kommilitonen, sebastian, runter nach kyushu, der südlichsten der großen inseln japans. dort werde ich zuerst eine art praktikum in einem kloster machen, das wohl katholisch ist, aber versucht, japanische kultur zu integrieren. ich bin sehr gespannt.  dieses kloster ist bei kumamoto (1.).
dann werde ich meine große kyushu-rundreise beginnen: runter in den nationalpark beim kirishima (2.), wo es schöne vulkanseen und wanderwege geben soll. dann weiter runter nach kagoshima (3.). dort in der nähe wohnt mitsumi, die in ARI (meinem ersten jahr in japan) meine zimmergenossin gewesen war, mittlerweile 2 jahre in costa rica war, geheiratet hat und jetzt da unten wohnt. je nachdem, wo ich mit ihr so hinfahre, werd ich danach noch auf die halbinsel sakurajima fahren (4.?) - ein immer noch sehr aktiver vulkan, der bei einer explosion 1912 oder so ein dorf verschüttet und die insel zu einer halbinsel gemacht hat. dann gehts rauf nach oita (5.), wo der zen-priester lebt, in dessen tempel ich dann eine woche sein werde, was ich gestern abgeklärt habe.
dort werde ich dann alois treffen und wir werden und gemeinsam noch in oita/beppu umschauen, wo es tolle onzen (heiße bäder) gibt, geysiere und so zeug. gemeinsam gehts dann auch weiter zum aso, dem größten aktiven vulkankrater der welt (6.). per fähre gehts dann von kumamoto zur halbinsel shimabara rüber (7.), wo es noch erinnerungen an die christliche phase im 16. jahrhundert gibt. schließlich noch ein paar tage nagasaki (8.), der stadt, die während japans langer abriegelung der einzige zugang für ausländer nach japan war, und die dann im 2. weltkrieg die zweite atombombe abbekam, und ein paar mehr tage fukuoka (9.), wo sich alois' und meine wege wieder trennen werden. für mich gehts dann hoch in die region von tokyo.
(übrigens: soweit nicht anders vermerkt, werde ich an jeder station höchstens ein paar tage bleiben.) Diese ganze aktion wird vom 7. januar bis zum 21. februar laufen.
hier ist die nummerierung anders, tut mir leid. für ein größeres bild draufklicken, das hilft.
also, fukuoka ist hier nummer 7.
ich fahr dann hoch nach kamakura (8.), einer kleinen stadt bei tokyo, direkt am pazifik. die aufmerksame leserin wird sich erinnern, dass ich davon schon im toyko-bericht schrieb. dort werde ich also mein 'gemeindepraktikum' absolvieren, eine woche lang. dann gehts hoch zu ARI (10.), meiner alten fsj-arbeitsstelle, wo ich nochmal zehn tage sein werde - bin schon sehr gespannt... wie das wohl sein wird, wieder zurück zu sein... wie dem auch sei, auf dem weg hin oder zurück werd ich bei sachiyo vorbeischauen, einer anderen freundin aus ari-zeiten, und dort nochmal ein paar tage sein, vielleicht (9.).
und schlussendlich gehts nach tokyo (11.), wo ich bei zwei anderen ari-freunden ein paar tage unterkommen werde und dann ins flugzeug nach peking steigen werde. das wird dann am 18. märz sein...
in peking treffe ich dann meinen freund, sebastian, und wir werden -sofern alles gut geht - mit der transsib (mit zwischenstopp in irkutsk) nach moskau fahren und schließlich von dort nach frankfurt fliegen.
so siehts aus...
und danach werd ich erstmal ganz schön fix und alle sein, glaub ich. bin mal gespannt.
bin auch mal gespannt, ob alles gut geht... so mit richtige busse/züge finden, unterkünfte finden und so zeug...
es  wird auf jeden fall nicht langweilig.

2010/12/26

was ist weihnachten eigentlich... #2

... einige wochen und gedanken später kehre ich hier zu dieser frage zurück, die mich natürlich all die weil begleitet hat.
und?
es ist komisch, weihnachten zu feiern, wenn draußen noch die blätter von den bäumen trudeln. es ist komisch, wenn einem überall dekorationen entgegenblinken und man mit schrecklichsten weihnachtsliedern zugedudelt wird (mein bedüfrnis, alle lautsprecher in hörnähe zu zerstören, war noch nie größer, und wenn ich noch einmal den anfang von 'joy to the world' höre...) und man doch gleichzeitig weiß, dass das alles nichts bedeutet hier - noch weniger als in deutschland, und schon da ist es ja ziemlich kommerzialisiert.
es ist auch sehr komisch, wenn man am 24. abends aus der kirche kommt und dann auf dem fahrrad durch einen ganz normalen freitagabend fährt - läden, die grade zumachen, menschen auf ihren üblichen freitagabendwegen.

bisher habe ich, wenn ich über die bedeutung des weihnachtsfestes nachdachte, mich immer selbst geschimpft dafür, dass mir das ganze drumherum, das ganze klimbim aus musik, gerüchen, essen, bräuchen so wichtig war. beide male, die ich jetzt schon weihnachten hier in japan verbracht habe, habe ich mich bemüht, so viel wie möglich diese weihnachtsatmosphäre auch hier zu schaffen. habe glanzpapiersterne ausgeschnitten, plätzchen gebacken, lieder gesungen, kerzen angezündet und einen zweig von der nadelgehölzhecke (keine ahnung, was für ein zeug das ist, aber es ist grün und irgendwie - leider sogar ziemlich - nadelig, wenn auch als einzelner zwei nicht besonders schön) stibizt, um ihn mit strohsternen zu schmücken.und ich habe mich auch doch sehr gefreut, dass ich am weihnachtsabend ein paar geschenke zum auspacken hatte.
dabei hat das doch alles eigentlich gar nichts mit dem, worum es an weihnachten geht, zu tun!
oder?
klar ist die magie des kinderweihnachtens, an die man sich an weihnachten doch immer gern erinnert und die man wiederherzustellen versucht, toll, aber darum gehts doch nicht!
oder?
(rhetorische frage, klar, bitte entschuldigt.)
natürlich geht es um was anderes. es geht darum, dass gott in unsere welt gekommen ist, als einer von uns. dass er nicht nur abstrakt, sondern tatsächlich sich in unser leben, in die menschliche geschichte begeben hat - und zwar als teil der armen, normalen menschheit. es geht darum, dass unser gottesbild zum fernen, unheimlichen, aber auch sorgenden gott etwas hinzubekommen hat - das des gottes, der direkt bei uns ist.
und so. darüber wurde ja schon viel geschrieben, ich werde es wohl kaum besser machen.
aha - und nun? wenn man weihnachten tatsächlich ohne alles drumherum feiern wollte, dann bliebe diese erkenntnis. eine wunderschöne erkenntnis, aber nichtsdestotrotz würde man allein mit dem gedanken doch ziemlich in der luft hängen. schließlich ist dieses ereignis ja auch nichts, was bloß intellektuell geschieht. und so wäre es wohl enttäuschend, wenn weihnachten allein darin bestünde, diese gedanken still zu denken.
immerhin erinnern wir an diesem tag das bewegendste, schönste, seltsamste ereignis des christlichen glaubens. daher ist es nur einleuchtend, wenn wir diesen tag selbst auch zu etwas besonderem machen wollen. dass wir ihn absetzen wollen vom alltag. und das geht nun mal nur, wenn man neben dem geist auch den rest des menschen mit einbezieht. es ist doch wundervoll und passend, wenn grade der jahrestag dieses wunderbaren geschehens für kinder so ein märchenhafter tag ist.
und im grunde ist es auch passend, wenn wir uns an diesem tag gegenseitig besonders eine freude machen wollen. ja, klar, das sollte man nicht nur an weihnachten. aber ich glaube, wir brauchen tage, an denen wir an sowas erinnert werden. und dieser brauch des kollektiven geschenke-austauschens ist was ziemlich ungewöhnliches; wenn ich hier in japan davon erzähle, sind meine zuhörer oft verwundert; geschenke gibt es hier zwar oft, aber als mitbringsel und dankesgaben, und zu neujahr kriegen die kinder von den eltern geld in schönen umschlägen. dass aber auch die kinder den eltern was schenken, das scheint hier unbekannt.
und ich muss gestehen: weihnachten ganz ohne geschenk wäre schon schade.
klar, man muss schon aufpassen, dass man vor lauter schenkerei und dudelei nicht den kern der ganzen angelegenheit vergisst. aber das drumherum gehört zum fest dazu.

2010/12/24

frohe weihnachten...!

tokyo.

hell yes.
eine woche waren wir in diesem moloch, diesem haufen beton voller menschen, und hatten ein ordentlich volles programm. darunter der besuch des nationalistischen yasukuni-schreins; der alten haupstadt kamakura; des hauptquartiers einer neune religion (rissho kosekai); kultur und sightseeing...
und einfach diese stadt... man kann stunden fahren, ohne was anderes zu sehen. millionen von menschen - schlimmer dadurch, dass tokyo mit den anderen städten der region im grunde schon zusammengewuchert ist. alles ist eng, platz ist kostbar. gleichzeitig besteht doch ein großteil der stadt aus niedrigen einfamilienhäuschen - was das ganze noch platzaufwändiger macht. dafür sind die straßen zwischen diesen häusern eng, kaum genug für ein auto. (aber das stört niemanden, das ist normal.) und oft weiß man nicht, wo eigentlich der erdboden ist, ob man grade unter-oder oberirdisch ist. es gibt hochstraßen, schächte, hügel, hochhäuser, department stores, die sich weit verzweigen und keinerlei fenster haben...

schon bei der hinfahrt fängt es an: wir fahren mit dem shinkansen, dem japanischen ICE- äquivalent. nur schneller, größer, komfortabler (die haben viel breitere wagen hier!), pünktlicher, genauso teuer... und sie fahren im viertelstundentakt die strecke kyoto-tokyo.
krass, oder? von wegen um wieviel uhr fahren wir denn ab? das ist vollkommen irrelevant! man verabredet sich einfach um 12 am bahnhof, kauft ne fahrkarte und nimmt dann den nächstbesten zug.
und dann schlägt man sich durch das u-bahn-system.




immerhin hatten wir angenehme und ruhige gästezimmer in einem wohnheim, das war abends immer die rettung - nach hause kommen, sich unter die dusche stellen, und dann ins bett fallen.

weil die zeit so vollgepackt war, werde ich nicht vernünftig erzählen können. stattdessen ein paar eindrücke.
viele bahnstationen haben solche wände vor den gleisen - auf dass niemand auf die gleise komme, absichtlich oder unabsichtlich. dass sowas nötig ist, ist gruselig - aber zum ende hab ich es fast verstanden, irgendwie. wenn man in so einer stadt wohnt, in einem gesichtslosen apartment, wo man niemanden kennt, und jeden tag auf einer arbeit verbringt, wo man stumpf vor sich hin ackert, mit kaum gelegenheit, mal was anderes zu sehen, menschen kennenzulernen, irgendwas zu tun außer zu arbeiten und erschöpft ins bett zu fallen.... und wenn dann der zug der ort ist, in dem man jeden tag viel zeit verbringt, zusammen mit zahllosen anderen menschen, die alle alleine da sitzen, mit ihrem handy beschäftigt sind, sich schminken, lesen, schlafen, höchstens sich mit jemand bekanntem unterhalten, und der einzige kontakt ist, wenn jemand schlafend auf des sichtznachbarn schulter sackt, und selbst (oder grade) das wird einfach ignoriert... dann kann ich mir vorstellen, wie die bahn zum symbol der eigenen hoffnungslosigkeit werden könnte.
aber vielleicht denke ich mir das auch nur aus.
toll ist auf jeden fall die präzesion, mit der die wagen immer an der markierung halten.

und dann kommt man raus und sieht sowas...
shibuya, die angeblich belebteste kreuzung der welt. bei grün strömen die fußgänger alle gleichzeitig über alle übergänge, auch quer über die kreuzung. und von allen ecken plärren einen lautsprecher an. der lärm ist unvorstellbar... als würden drei fernseher gleichzeitig hektische werbesendungen spielen. (was ja genau das ist, was passiert - nur dass dazu noch ein paar andere lautsprecher, der straßenlärm und die ganzen menschen kommen)

ist matthias nicht ein bezauberndes ufufu-girl?
die ginza... teuere einkaufsmeile, wo sich bekannte luxusmarken mit den seltsamsten japanischen edelauswüchsen abwechseln... und die webung, die bilder, die schaufenster einfach so unwahrscheinlich übertrieben kitschig, aufgedreht, gestylt sind. vor allem zu weihnachten. wenn ich mal die bilder von meinem handy runterkriege, werd ich euch mal ein paar mehr beispiele zeigen. christmas with a vengeance, indeed. graenhaft kitschig. aber lustig.
aus der ecke mehr:


ich wollte die jungs ja überreden, mir zu weihnachten was zu schenken, aber irgendwie wollten sie nicht...^^

ein beispiel für dachnutzung:
warum auch nicht. da oben ist es flach und man hat genug platz. auch für ne achterbahn.


natürlich ist auch tokyo nicht nur hypermodern. meistens ist es eigentlich eher etwas abgeranzt. aber manchmal ist es auch schön-alt. einer der klassischen touristenfängerorte ist der asakusa-schrein, wo es unzählige mitbringsel-läden gibt. (wobei die meisten touris einheimische sind.)

ein ganz zufälliges glück: wir liefen an einer shintoistischem zeremonie vorbei, wo vor dem ersten spatenstich die hiesige bodengottheit beruhigt wird. ohne wird hier kein haus gebaut. (ehrlich!)

nicht mehr ganz tokyo, sondern eine stadt weiter, kamakura, wo ich ende februar ne woche praktikum machen werde und wo der größte (? vllt auch zweitgrößte) buddha steht (naja, sitzt).aufmerksame beobachter erkennen die ausländerin in der braunen jacke und der karotasche. ^^
stromleitungen. üüberall stromleitungen! (und das mein ich ernst.) (und das ist wirklich überall so, nicht nur in tokyo, auch hier in kyoto, auf dem land - überall!)

der pazifik... und da werd ich ne woche sein... hehe.

jeder punkt ein surfer.

nein, das ist nicht dubai, das ist wieder tokyo: rissho kosekai, ne neue version des buddhismus. grundidee: man kann in diesem leben buddha werden (überraschung! ganz was neues!), man braucht nur das lotus-sutra, und man soll ein guter mensch sein. dann werden auch alle glücklich. kommentar alois: die sind nicht gefährlich. die sollen das mal machen.


Akihabara... distrikt der elektronik-fans... wo sich zahllose elektro-läden aneinanderreihen, und an der straße stehen mädchen in manga-kostümen oder fantasierten 'dienstmädchen-uniformen', die für cafes werben, in denen die bedienung so angezogen mit den kunden flirtet. wirkte so merkwürdig, dass die jungs trotz anfänglichem interesse nicht reinwollten.

kaum zu glauben, dass das hier der ekelhafteste punkt unseres trips war. vielleicht der ekelhafteste punkt ganz japans: der schrein, in dem all die verehrt werden, die für den kaiser im krieg starben. mittelpunkt der nationalen propaganda im zweiten weltkrieg. den kamikaze-piloten wurde die tolle idee eingegeben, sie würden sich ja hinterher im yasukuni-schrein wiedersehen. und dann wären sie helden.
ekelhaft vor allem, dass hier auch derjenigen als helden gedacht wird, die den krieg mitverantwortet haben, die als kriegsverbrecherverurteilt wurden... und dann ne frage von einem mitbewohner vorher: 'what is so bad about yasukuni? what is so bad about ... giving respect to those who started the war? they only wanted to do the best for their country'
wenn man sich überlegt, wie grässlich die japaner seit den ersten annexionen um 1900 rum mit ihren 'mitasiaten', die sie ja grade befreit hatten, umgegangen waren... und dann daran denkt, dass viele premierminister diesem ort einen besuch abstatten...
aber noch ekelhafter (!) war das museum daneben, in dem auf anstoßendste art und weise den helden gedacht wurde. das massaker von nanking, wo die halbe bevölkerung nankings von den japanern abgeschlachtet wurde, wird zum 'zwischenfall', und natürlich wurden nur die soldaten der chinesen getötet, die zivilbevölkerung habe die japanische armee mit freude empfangen.
und dann werden die ganzen eroberungskriege japans dich tatsächlich, allen ernstes, wirklich als befreidungskriege dargstellt, die dazu geführt hätten, dass sich hinterher viele völker asiens von der kolonialherrschaft befreien konnten. das leuchtende vorbild japans. und so.
den ganzen toten in der zivilbevölkerung japans wird übrigens kaum mal ein panel gewidemt. ist ja egal, die sind ja nicht für den tenno gestorben.
ich hatte noch nie so stark das bedürfnis zu randalieren. die schilder zu überkleben, die laute zu schütteln und anzuschreien... oder mich zu übergeben. was für eine scheisse!
wenigstens sind die meisten japaner nicht auf der linie des museums.
und doch... in den schulbüchern heißt es, soweit ich weiß, immer noch 'zwischenfall von nanking'.

aber weiter gings, und weiter gehts. shinjuku - wo die hochhäuser stehen. dagegen ist frankfurt ein vorgarten. allein der bahnhof von shinjuku ist ein wahsinsgebilde mit über sechzig ausgängen, und man weiß nicht, auf welcher ebene man sich befindet, ob über oder unter der erde...
hier auf einmal sind die straßen breit, es ist weniger hektisch, obwohl genauso viele menschen auf den gehwegen sind - sie sind viel weiter. und über einem ragen die fünfzigstöcker auf.


da oben waren wir drin, das ist das regierungsgebäude...


und da ssieht man von oben:
 stadt...
stadt...
 stadt...
und stadt. nur begrenzt vom meer und den fernen bergen - wobei ich sicher bin, dass sie bald die berge abtragen und ins meer werfern werden, weil dieser wuchernde moloch mehr platz braucht.
wie kann man so leben?
werden wir alle irgendwann so leben?



tjaja... jetzt bin ich wieder zurück im gemütlichen kyoto, das neben diesem betonmonster doch sehr klein und beschaulich wirkt. zwei wochen hab ich jetzt noch, zum luft holen, letzte aktivitäten machen, pläne fertigmachen, und dann gehts los ins große abenteuer aus praktika und reisen. zwei monate lang... und am ende werde ich wieder in diesem moloch sein, bei freunden die letzten tage verbringen, bevor ich dann nach peking fliege.
aber morgen ist erstmal weihnachten.
na dann...

2010/12/11

how to open an onigiri

ich muss in zehn minuten los, wir fahren heute eine woche nach tokyo, deshalb wird dieser post eher kurz, aber ich hab grad noch ein bisschen zeit und wollte die nutzen, einen eintrag zu schreiben, den ich schon seit wochen schreiben will und den ich jetzt schnell schreiben muss, weil er sonst veraltet. es geht nämlich um einen der wichtigsten bestandteile unserer ernährung in den mittagspausen in der uni, und da der akademische teil des programms jetzt vorbei ist - gestern war die letzte lecture, jetzt kommt nur noch der tokyo field trip und dann reisen und praktika - verliert diese ernährung an bedeutung.
also:
ein onigiri ist ein reisball und das japanische äquivalent zu einem sandwich. man kann die reisbälle nämlich mit allem möglichen füllen, von sauer eingelegtem zeugs über alle möglichen gemüse-und fleisch-zubereitungen bis zu irgendwas mit mayonaise. man kann sie billig in jedem konbini (conveenient store) erwerben, um die 100 yen. und manche sind elaboriert verpackt: manche haben nämlich eine seetang-hülle, die aber, damit sie schön frisch und knusprig bleibt, extra verpackt ist, und man muss dann die ecken einzeln abziehen, um das onigiri elegant und unfallfrei aus seiner verpackung zu befreien. das war unverständlich? hier ein paar bilder zur illustration:







2010/12/09

christmas with a vengeance

ich mein, nicht dass hier falsche vorstellungen aufkommen:




Das waren jetzt ein paar Bilder von kyoto station, aufgenommen von einem mitbewohner, aber blinken und blitzen tuts überall, in jeder straße, vielen vorgärten.... und seltenst erträglich, fast immer schauderhaft, udn manchmal so richtig furchtbar.  soviel zum vorurteil, japaner wären so geschmackvoll. ^^
es dudelt einem auch überall weihnachtsmusik entgegen, ganz schrecklich enstellt und so über-poppig, dass man weglaufen möchte.
naja, das passiert wohl, wenn man weihnachten nur noch als konsumfest kennt. wehe dir, europa, denn hier siehst du, was dir blüht!
abgesehen davon sind auch hier im wohnheim, das ja mal von christen gegründet worden war (aber keinerlei christlichen touch hat, es sei denn, man sieht die idee von 'begegnung' als christlich), die weihnachtwsvorbereitungen fröhlich im gange. am 18. (dem tag, an dem ich von 1 woche tokyo field-trip zurückkomme) gibts hier die große weihnachtsparty, und ich hab auch schon nen stollen dafür gebacken. den ersten in meinem leben, und er sieht gut aus!
außerdem haben wir auch einen weihnachtsbaum. also, so ein plastikding (echte bäume sind unglaublich teuer), geschmückt mit lametta. beim schmücken waren wir ein ganzer haufen leute, die zuerst fröhlich sich gegenseitig und dann den baum mit lamettagirlanden behängten, bis er kaum noch zu sehen war - was auch besser war, bei dem 'baum'... und dann kam noch die andere dekoration dazu. riesenglocken, rosa kugeln, ketten - you name it. neben mir waren noch zwei europäerinnen an der aktion beteiligt, und ab und zu lächelten wir uns gequält an oder meinten mit strahlendem lächeln auf deutsch (die eine ist deutsche, die andere kann deutsch) 'ist das nicht grauenvoll?'. aber genug der rede, hier sind ein paar beweisbilder.











mittlerweile sieht das ding übrigens doch ganz erträglich aus, weniger lametta, und er steht jetzt im eingang des hauses, und irgendwie freu ich mich doch jedes mal, wenn ich ihn sehe.

PS: was ich vergaß: auch ier gibt es an weihnachten viele viele kirchgänger. aber nicht nur christen, sondern auch 'normale' japaner - weihnachten ist hier sehr wörtlich das fest der liebe, nämlich der pärchentag. und da geht man dann halt auch in die kirche, wei ldas dazugehört. aber nur ne stunde, dann schleicht man sich doch raus - man hat ja noch mehr vor in dieser nacht...

2010/12/05

was ist weihnachten eigentlich...

...wen man in einem ganz unchristlichen land ist?
ich liebe die advents-und weihnachtszeit. backe mehr plätzchen, als selbst meine schwester essen kann. mache einen adventskranz und scherenschnitte aus glanzpapier, die dann im ganzen haus aufgehängt werden. und was weihnachten selbst angeht, da bin ich die schlimmste konservative, die man sich vorstellen kann.
aber wenn man dann auf einmal so weit weg von allen traditionen und weihnachtsgefühlen ist, kommt eine interessante frage auf: was bedeutet mir weihnachten eigentlich, wenn man mal den ganzen festlichen klimbim weglässt? was ist weihnachten ohen plätzchen, späziergänge in der dunkelheit mit den händen tief in den taschen vergraben, um die lichterdekorationen zu bewundern, ohne die lieder, gebräuche und erinnerungen?
und ich muss gestehen, es bleibt vielleicht weniger übrig, als mir lieb ist.
und das mir, der pfarrerstochter und theologiestudentin?
vor ein paar tagen habe ich mit zwie freundinnen hier scherenschnitte gebastelt, und jetzt verzieren sie mein zimmer und unsere türen. an meiner wand hängt der wunderschöne adventskalender, den mir mein vater geschickt hat. auf dem regal stehen dosen mit plätzchen, die ich mit den jungs vor ein paar tagen gebacken habe. und grade habe ich die zweite kerze angezündet. und daher bin ich grad auf das thema gekommen: ich habe auf die kerzen geschaut und mich über ihr warmes licht gefreut, das zu sehen mir grad so wohl tut. aber dabei ging es mir um die wärme des lichts, das gefühl von gemütlichkeit, die erinnerung an viele adventskerzen zu hause - und gar nicht um die bedeutung dieser kerzen.
hm...
fröhlichen zweiten advent?